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Hatschepsut Tempel

Der Totentempel der Hatschepsut, die Ägypten als Pharaonin von 1479 bis 1458 v. Chr. beherrschte, liegt gegenüber der Stadt Luxor, nicht weit vom Tal der Könige, am Westufer des Nil. Er gilt als der am besten erhaltene Tempel in der Nekropole von Deir el-Bahari. Bemerkenswert macht ihn seine ausgefallene Architektur. Die sonst üblichen Pylone wurden durch Pfeilerhallen am Anfang der aus Kalkstein errichteten Terrassen ersetzt.
Der Tempel wurde innerhalb von 15 Jahren erbaut und etwa um 1470 v. Chr. fertiggestellt. Als Architekt wir der Haushofmeister Senenmut angesehen. Ein, für ihn geplantes, unvollendetes Grab lassen dies als wahrscheinlich erscheinen, wenngleich außer ihm noch vier andere Baumeister an der Entstehung des Tempels beteiligt waren. Verschiedene Namenssteine, die gefunden wurden, belegen dies. Über das Verhältnis zwischen Hatschepsut und Senenmut gibt es viele Spekulationen, seine genaue Stellung am Hof ist ebenso unbekannt wie der Grund, warum er nicht in dem für ihn vorgesehenen Grab unter der ersten Terrasse bestattet wurde.

Ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. wurde auf der Tempelanlage das Phoibammon-Kloster von Kopten errichtet, das von mehreren Bischöfen besucht und bis ins 11. Jahrhundert genutzt wurde. Der „­British Egypt Exploration Fund“ beauftragte 1893, nach vorangegangenen Sondierungen, Édouard Naville mit dem Rückbau des Klosters, um die ursprüngliche Tempelanlage freizulegen. Im Zuge dieser ersten Ausgrabung wurden die Gemälde und Inschriften des Tempels unter der Leitung von Howard Cater kopiert. 1911 und 1931 folgten weiter Ausgrabungsarbeiten durch Herbert E. Winlock (Metropolitan Museum of Art) und Émile Baraize (Egyptian Antiquities Service). Von einer Expedition des Metropolitan Museum of Art wurden Teile der vernichteten Statuenpfeilerin einem nahegelegenen Steinbruch gefunden und rekonstruiert. Ab 1961 wurden weitere Rekonstruktions- und Renovierungsarbeiten von Zygmunt Wysocki und Janus Karkowski im Auftrag der Universität Warschau durchgeführt.

Am 17. November 1997 geriet der Totentempel der Hatschepsut erneut in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Beim "Anschlag von Luxor" griffen sechs, mit automatischen Waffen ausgerüstete Terroristen der Gruppe Al-Dschamaʿa al-islamiyya eine Touristengruppe auf der zweiten Ebene des Tempels an. 68 Menschen, darunter 36 Schweizer, wurden getötet. Die ägyptische Tourismusindustrie brauchte mehrere Jahre um sich von den Folgen des Anschlages zu erholen.